Was bleibt – ahoi, absatzwirtschaft!

Zum 30. Juni endet die Zeit der absatzwirtschaft unter dem Dach der Handelsblatt Media Group. Chefredakteur Andreas Marx blickt zurück und nach vorn.

Die absatzwirtschaft erschien erstmals am 15. April 1958 im Handelsblatt-Verlag. Heute erscheint sie online zum letzten Mal unter diesem Dach. (© Lukas Oberbeul, Montage: Wolfram Esser)
Meine erste Mitarbeit an einer absatzwirtschaft-Ausgabe drehte sich, im Rückblick fast schon passend, um genau das, worum es auch heute geht: das Verhältnis von Marken und Medien. „Always on – Über die wechselseitige Abhängigkeit von Marken und Medien“, Juli 2022. Es ging um Owned, Earned und Paid Media, um die Frage, wie man Reichweite überhaupt noch misst. Und darin auch die Frage, die ich noch für eine schöne Provokation hielt: Brauchen Marken die Medien überhaupt noch?

Heute weiß ich, dass diese Frage gar nicht so provokant war. Und sie hat eine zweite Seite, über die seltener gesprochen wird. Denn so sehr man fragen kann, ob Marken die Medien noch brauchen, so sehr gilt auch: Medien brauchen nicht zwingend Marken, aber sie brauchen eine ökonomische Grundlage – und lange waren Marken, über Werbung und Kommunikation, ein zentraler Teil dieser Grundlage.

Ohne tragfähige Grundlage gibt es keinen unabhängigen Journalismus. Genau diese Grundlage ist heute in Bewegung geraten. Dieselbe Frage – brauchen wir das eigentlich noch? – schwebt seit Jahren über dem Fachjournalismus insgesamt.

Und man spürt das, in Budgetrunden, in Planungsgesprächen, in dem leisen Zögern, mit dem über die Zukunft gedruckter und digitaler Seiten geredet wird. Seit Juni 2024 erscheint die absatzwirtschaft nicht mehr gedruckt. Ein Heft, das viele über Jahrzehnte griffbereit auf dem Schreibtisch liegen hatten, gibt es in dieser Form nicht mehr. In dieser Tatsache steckt eine ganze Geschichte über den Wert, den wir guter Information beimessen.

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